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Der Beginn

OAfrica wurde im Oktober 2002 von Lisa Lovatt-Smith in Ghana gegründet. Neben ihrer jahrelangen Tätigkeit als Redakteurin bei der “Vogue” ist Lisa in der europäischen Modewelt als Herausgeberin von Büchern im Bereich Design und Fotografie bekannt. 2002 entschied sie sich, ehrenamtlich in einem Kinderheim in Ghana mitzuarbeiten. Dort lebten mehr als hundert notleidende und vernachlässigte Kinder. Häufig wurden die Kinder im Heim abgegeben, weil ihre Eltern krank waren oder nicht die Mittel hatten, sie zu versorgen. Diese Erfahrung war für Lisa so einschneidend, dass sie ihr Leben in Europa aufgab und nach Ghana zog. Sie gründete eine eigene Nicht-Regierungsorganisation (NGO) mit dem Ziel, Kindern das Aufwachsen in solchen Einrichtungen zu ersparen.

2002-2005: Die ersten Jahre – Fokus auf Waisenhäuser

Anfangs arbeitete OAfrica unter dem Namen “Orphanage Africa” (Waisenhaus Afrika) mit der Absicht, Kinderheime zu liebevolleren, freundlicheren und gesünderen Orten zu machen. Doch mit der Zeit erkannte sie, dass selbst gut geführte Waisenhäuser nicht das Aufwachsen in einer Familie ersetzen können. Bei Ayenyah, einem kleinen ländlichen Dorf ohne Infrastruktur, kaufte OAfrica Land, baute ein Kinderdorf, eine Schule sowie eine Krankenstation. In diesem Kinderdorf konnten (Waisen-) Kinder in familienbasierten Strukturen aufwachsen. Die Arbeit von OAfrica in Ayenyah beinhaltete Projekte für eine bessere Ausbildung, eine bessere Gesundheitspflege sowie eine grundlegende Infrastruktur im Bereich Landwirtschaft.

2006-2012: Paragdigmenwechsel im Betreuungssystem

Parallel zum Aufbau der Projekte in Ayenyah begann OAfrica sich im Einklang mit den Richtlinien der Vereinten Nationen, gemeinsam mit UNICEF und der ghanaischen Regierung, die sogenannte Care Reform Initiative (CRI) umzusetzen. Demnach soll institutionelle Pflege für vernachlässigte und schutzbedürftige Kinder vermieden werden, wann immer dies möglich ist. Der Schwerpunkt der CRI liegt auf einer familienbasierten Betreuung und darauf, die gesellschaftlichen Strukturen – und damit die familiären Bande – zu stärken. Seit 2006 wurde der Grundgedanke der CRI immer mehr zur zentralen Ausrichtung der Organisation. Mit der Verabschiedung des “National Plan of Action on Orphans and Vulnerable Children” (NPA) im Jahr 2010, wurden in ganz Ghana neue Grundsätze für die Betreuung von Waisen und schutzbedürftigen Kindern eingeführt. OAfrica ist die einzige private NGO in Ghana, die im NPA als offizieller Umsetzer der Strategie aufgeführt wird. In diesem Zusammenhang schafft OAfrica Aufmerksamkeit für die Situation der Kinder in Waisenhäusern, bildet Sozialarbeiter aus und hat auch Lösungen entwickelt, um Daten und Informationen zu den Kindern bestmöglich zu erfassen,

Um den Strategiewechsel von der Fokussierung auf Waisenhäuser in Richtung der familienbasierten Betreuung auch nach außen hin deutlich zu machen, hat sich die Organisation in “OrphanAid Africa” (kurz: OAfrica) umbenannt.

2013 bis heute: Fortsetzung und Stabilisierung

2013 stellte eine Zäsur für OAfrica dar. Nach mehreren Bränden mussten das Kinderdorf und der Standort in Ayenyah aufgegeben werden und OAfrica ist in die Hauptstadt Accra umgezogen. Die Organisation hat ihre Strategie nachgeschärft und noch mehr auf die familienbasierte Betreuung im Kontext des NPA ausgerichtet, die langfristig zu einem Paradigmenwechsel in der Kinderbetreuung in Ghana führen soll. Mit seinen Programmen zur familienbasieren Betreuung ist OAfrica in kleinem Rahmen heute ein Modell dafür, wie ein familienbasiertes Betreuungssystem gelingen kann und wird als solches auch in Berichten von UNICEF und dem Better Care Network hervorgehoben. Mehr zu den Programmen von OAfrica finden Sie hier.

Der Betrieb der Schule und der Krankenstation in Ayenyah wurden in diesem Zusammenhang in staatliche Hände übergegeben und wird heute mit der Unterstützung anderer auf Bildung und Gesundheit fokussierter NGO fortgeführt. Die „OAfrica-Kinder“ leben nun mit ihren Familien in verschiedenen Orten rund um Accra. Die Kinder mit geistigen und körperlichen Behinderungen leben mit ihren Pflegemüttern in der Nähe einer spezialisierten Schule, in der sie gemäß ihrer besonderen Bedürfnisse bestmöglich gefördert werden. In die Unterstützung  dieser Kinder und Familien, die OAfrica schon so lange begleitet,  fließt der Schwerpunkt der Spenden der Organisation.

Über die Jahre hat Lisa mit verschiedensten Auftritten, ihrer Biografie „Who knows tomorrow“ und Konferenzen in der Elfenbeinküste und Ghana viel Aufmerksamkeit für die schutzbedürftigen Kinder in Ghana erreicht und ist für ihren Einsatz mit renommierten Preisen ausgezeichnet worden. 2017 markiert das 15-jährige Bestehen von OAfrica. Die Organisation ist stolz auf ihre Errungenschaften, insbesondere auf die Erfolge der ghanaischen Regierung bei der Schließung illegaler Waisenhäuser und die Fokussierung darauf, Kindern das Aufwachsen in einer Familie zu ermöglichen. OAfrica wird sich auch weiterhin für die Rechte sozial schwacher Kinder einsetzen, bessere Betreuungsstandards einfordern, Sozialarbeiter ausbilden, die Regierung unterstützen und dafür kämpfen, dass illegale Waisenhäuser in Ghana geschlossen werden.