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Family Support Services

Kinder werden häufig viel zu schnell in Waisenhäuser oder vergleichbaren Einrichtungen gegeben, ohne zuvor alternative Betreuungskonzepte in Betracht zu ziehen. Sie werden zu „Sozialwaisen“, denn oft sind es die eigenen Familien, die die Kinder ins Waisenhaus geben. Die Eltern oder die alleinstehenden Mütter sind arm, krank, oft ohne soziale Absicherung und nicht in der Lage, ihre Kinder zu versorgen. Sie hoffen, dass die Kinder in einer Einrichtung zumindest Nahrung, Kleidung und Bildung erhalten. Die traurige Wahrheit ist jedoch, dass die Unterbringung in solchen Einrichtungen oft katastrophale Folgen für die physische, emotionale und geistige Entwicklung der Kinder hat.

Das Programm „Family Support Services“ (FSS) von OAfrica zielt darauf hin, die Unterbringung in Waisenhäusern und anderen Einrichtungen zu vermeiden und es den Familien zu ermöglichen, sich selbst um ihre Kinder zu kümmern. Speziell ausgebildete Sozialarbeiter finden die Familie eines Kindes und klären, ob das Kind wieder bei seiner Familie leben kann. Wenn möglich sollen die Kinder bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können (child care) und – falls dies nicht mehr möglich ist – bei anderen Familienangehörigen (kinship care) oder bei Pflegefamilien (foster care). Für jedes Kind wird ein individueller Betreuungsplan entwickelt, um sicherzustellen, dass das Kind bestmöglich versorgt ist und ein gesundes glückliches Leben in seinem Zuhause führen kann. Die Sozialarbeiter betreuen die Familien, besuchen sie regelmäßig und stellen sicher, dass es den Kindern dort gut geht. Durch das FSS-Programm können Familien zusammenzubleiben. Die Unterstützung der Familien im Rahmen des FSS-Programms beinhaltet:

Finanzielle Unterstützung
– Zweckgebundene finanzielle Hilfen (Conditional Cash Transfers – CCT), damit die Familien für die Versorgung der Kinder aufkommen können
– Startkapital zur Gründung eines Gewerbes / “Start-up Finanzierung“ damit die Familien mittelfristig unabhängig von Hilfsleistungen werden
– Lebensmittelzuschüsse
– Wohngeldzuschuss
– Schulgebühren/Stipendien, Schulmaterialien etc.

Beratung, Schulung und kontinuierliche Begleitung
– Regelmäßige Besuche & Betreuung durch speziell ausgebildete Sozialarbeiter bei den Familien zu Hause, Prüfung des verantwortungsbewussten Einsatzes der finanziellen Hilfen
– Registrierung in Ghana, um Personaldokumente und damit auch ein Anrecht auf die staatliche Sozialleistungen wie Krankenversicherung zu erhalten
– Rechtsberatung
– Psychologische Beratung
– Schulung der Eltern zu Themen wie Gesundheitsvorsorge, Hygiene, Gewalt und Missbrauch, aber auch Finanzen, Grundlagen zur Führung eines Gewerbes etc.

Betreuung & Pflege
– Krankenversicherung / Medizinische Versorgung
– Unterbringung bei Pflegeeltern (foster care)

Vesenchias Familie

Vesenchia ist eine alleinstehende Mutter, die insgesamt sechs Kinder im Alter von 3 bis 15 Jahren aufzieht. Der Vater ihrer drei eigenen Kinder verstarb, als sie sehr jung waren und ließ sie mit der schwierigen Aufgabe zurück, ihre Familie alleine zu versorgen. Seit dem Tod ihrer Schwester kümmert sich Vesenchia zudem um deren drei verwaiste Kinder. Dank der finanziellen Unterstützung von OAfrica, besuchen alle sechs Kinder eine Schule und Vesenchia kann die Miete zahlen und wesentliche Lebenshaltungskosten decken.

Maria und ihre Tante

Marias Mutter ist psychisch krank und musste sie aufgrunddessen in einem Waisenhaus unterbringen. Als festgestellt wurde, dass Maria Angehörige hatte, die bereit war, sich um sie zu sorgen, wurde sie bei ihrer Tante Ma Mary untergebracht (Verwandtschaftspflege). Mit finanzieller Unterstützung von OAfrica ist Ma Mary in der Lage, sich um alle Bedürfnisse von Maria zu kümmern.